"Das Niedermair war
die erste professionelle Kabarett-Bühne, wo ich gespielt hab", erzählt
Josef Hader, der 1985 nach einem Kabarettabend vor den damaligen Leitern I Stangl
und Nadia Niedermair auf der Bühne vorspielen durfte - und prompt engagiert
wurde. "Es gibt junge Kollegen, die sagen, der Stangl sagt einfach, wenn
sie ihm vorspielen: 'ändern!' Und die sagen dann, 'was soll ich denn ändern,
die Nummern, den Vortrag', und er sagt: 'den Beruf!'". Josef Hader hatte
mehr Glück. Aus Verbundenheit zu der kleinen Bühne tritt er nach wie
vor immer wieder im Niedermaier auf.
Hin zum literarischen Kabarett
Seit 2004 sitzt Andreas Fuderer am Niedermair-Steuer. "Ich lege sehr großen
Wert auf die Qualität der Darbietungen, die auf der Bühne stattfinden",
sagt Andreas Fuderer. "Es ist natürlich auch Geschmacksache, welche
Leute im Kabarett Niedermair spielen. Es zieht sich aber eine Linie durch, die
eher weg geht von der Comedy und hingeht zum literarischen Kabarett." Andreas
Fuderer möchte, dass sich die Besucher des Niedermair nicht nur unterhalten,
sondern dass sie auch was zum Nachdenken haben.Sprungbrett für junge Kabarettisten
Einen, den der Niedermair-Chef immer wieder gern spielen lässt, ist zum
Beispiel Thomas Maurer. Ohne Kabarett Niedermair wäre Thomas Maurer gar
nicht auf die Idee gekommen, Kabarettist zu werden, erzählt er. "Also
ich war keiner von denen, die eh Kabarettist werden wollten und sich dann umgeschaut
haben, wo man sich einmal ausprobieren kann, sondern ich bin tatsächlich
mit 17 Jahren erstmals an dem Lokal vorbeigekommen und da hing ein Zettel heraußen,
dass man sich zum so genannten Sprungbrett nominieren kann und weil ich jung,
angetrunken und guter Dinge war, hab ich mich angemeldet."
Die Folge: Thomas Maurer,
der dieser Tage sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert, wurde
vom Niedermair "gezwungen", sein erstes Programm zu schreiben. "Wir
haben einen Vertrag gemacht und in dem war eine Pönalzahlung von 6.000
Schilling pro schuldhaft nicht erbrachter Vorstellung. Und da hab ich mir gedacht,
no da sollt ich mich jetzt hinsetzen und ein Programm schreiben.
Kleines Haus mit großem Ruf
Das kleine Kabarett Niedermair mit seinen knapp 100 Sitzplätzen hat heute
einen großen Ruf als wichtige Nachwuchsbühne. Beim Publikum punktet
es mit einer gelungenen Programm-Mischung aus eher unbekannten und arrivierten
Künstlern. Der Niedermair-Leiter Andreas Fuderer hat eine Mission: "Ich
möchte immer wieder schauen, dass neue Leute nachkommen, ich bin ständig
auf der Suche nach jungen Künstlern, die hier wieder aufgebaut werden können
und einen gewissen Zeitraum hier spielen können und dann woanders hinkönnen
in größere Häuser und dann die Häuser dort anfüllen.
Das ist meine Aufgabe hier, und meine Aufgabe in der Kabarettlandschaft."